Stabile Geländer, rutschfester Untergrund auf Wegen, gute Beleuchtung: Das alles gehört in einen Garten, den man möglichst bis ins hohe Alter nutzen kann.
Will man ihn auch möglichst lange selbst pflegen und in Schuss halten, sollte man auch bei der Bepflanzung einiges bedenken und am besten frühzeitig.
Erst einmal sollte man sicher durch den Garten kommen
Bevor es um Rosen, Hortensien und Obstbäume geht, lohnt sich ein Blick auf die Wege.
Stabile Geländer an Treppen und Gefällen können später eine wichtige Hilfe sein. Wege sollten möglichst eben sein und aus einem rutschfesten Belag bestehen. Lose Platten, Stolperkanten und stark unebene Natursteinflächen sind zwar manchmal charmant, werden aber mit zunehmendem Alter schnell zum Hindernis.
Auch die Beleuchtung wird gern unterschätzt.
Ein Weg, der tagsüber problemlos zu erkennen ist, kann nach Einbruch der Dunkelheit plötzlich zur Stolperfalle werden. Eine gute Beleuchtung von Wegen, Treppen und Hauseingängen sorgt deshalb nicht nur für Atmosphäre, sondern vor allem für Sicherheit.
Das Hochbeet ist mehr als ein Gartentrend
Wer sich später nicht ständig bücken oder auf die Knie gehen möchte, kann einen Teil der Gemüse- und Kräuterbeete erhöht anlegen.
Hochbeete erleichtern die Pflege, weil Pflanzen und Erde besser erreichbar sind. Das ist besonders praktisch bei Kräutern, Salat oder Gemüse, das regelmäßig geerntet werden muss.
Aber auch hier gilt: Ein Hochbeet ist nicht automatisch pflegeleicht. Es sollte so angeordnet sein, dass man von mehreren Seiten gut herankommt. Ein schmaler Streifen zwischen Hauswand und Hochbeet, in dem man sich jedes Mal verrenken muss, ist schließlich auch keine Altersvorsorge.
Weniger Rasen kann mehr Lebensqualität bedeuten
Der klassische große Rasen sieht ordentlich aus. Er ist aber auch eine ziemlich regelmäßige Angelegenheit: Mähen, Kanten schneiden, Laub entfernen, düngen, bei Trockenheit wässern.
Wer seinen Garten pflegeleichter machen möchte, kann deshalb überlegen, die Rasenfläche zu verkleinern und stattdessen Bereiche mit robusten Stauden, Bodendeckern oder einer naturnahen Bepflanzung anzulegen.
Das bedeutet nicht, den Garten einfach verwildern zu lassen. Es bedeutet, Pflanzen so auszuwählen, dass sie zum Standort passen und nicht ständig besondere Aufmerksamkeit verlangen.
Die richtige Pflanze am richtigen Ort
Eine Pflanze, die mit Sonne, Boden und Feuchtigkeit gut zurechtkommt, braucht weniger zusätzliche Pflege. Wer dagegen einen durstigen Sonnenanbeter in einen trockenen Schattenplatz setzt, wird schnell zum Dauergärtner.
Deshalb sollte man sich vor dem Pflanzen fragen: Was kann an diesem Standort von selbst gut wachsen?
Nicht jede Pflanze, die im Gartencenter besonders schön aussieht, muss deshalb auch in den eigenen Garten.
Bäume sind eine Entscheidung fürs Leben
Bei Bäumen sollte man besonders weit vorausdenken. Ein kleiner Baum im Gartencenter kann harmlos aussehen. Jahrzehnte später kann daraus ein stattliches Gewächs werden, dessen Krone regelmäßig gepflegt werden muss. Auch Fallobst, Laub und Wurzeln können zusätzliche Arbeit verursachen.
Das bedeutet nicht, dass man auf Bäume verzichten sollte. Im Gegenteil: Ein gut gewählter Baum kann einem Garten Schatten, Struktur und Lebensqualität geben.
Aber die spätere Größe sollte bei der Auswahl eine größere Rolle spielen als die Größe des Topfes, in dem der Baum gerade verkauft wird.
Hecken können irgendwann zur sportlichen Herausforderung werden
Auch bei Hecken lohnt sich der Blick in die Zukunft. Eine schnell wachsende Hecke schließt zwar schnell neugierige Blicke aus. Sie verlangt dafür regelmäßig nach der Heckenschere.
Je höher und breiter die Hecke wird, desto schwieriger kann der Schnitt werden. Wer dafür irgendwann eine Leiter braucht, sollte sich spätestens fragen, ob diese Form der Gartenpflege noch die richtige ist.
Langsam wachsende oder von Natur aus kompakt bleibende Gehölze können hier die entspanntere Lösung sein.
Stauden statt ständig neue Saisonpflanzen
Wer jedes Frühjahr und jeden Herbst große Mengen an Pflanzen austauscht, hat einen Garten, der Arbeit produziert.
Mehrjährige Stauden können dagegen über viele Jahre an ihrem Platz bleiben. Einmal gut angewachsen, benötigen viele von ihnen vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit.
Auch eine Mischung aus unterschiedlich hohen Pflanzen kann helfen. Sie gibt dem Beet Struktur, ohne dass ständig neu gepflanzt werden muss.
Der schönste Garten für das Alter ist deshalb nicht unbedingt der, in dem jede Woche etwas Neues blüht.
Sondern der, der auch dann gut aussieht, wenn man einmal zwei Wochen nichts gemacht hat.
Wasser sollte möglichst nicht zum Kraftakt werden
Auch beim Gießen lohnt sich vorausschauende Planung. Ein Wasseranschluss in der Nähe der Beete erspart später lange Wege mit der Gießkanne. Bei größeren Flächen kann eine automatische Bewässerung sinnvoll sein.
Noch besser ist es, Pflanzen auszuwählen, die mit dem jeweiligen Standort und den regionalen Bedingungen gut zurechtkommen. Denn ein Garten, der nur mit täglichem Gießen funktioniert, macht seinem Besitzer irgendwann mehr Arbeit als Freude.
Ein Garten darf sich verändern
Altersgerechtes Gärtnern bedeutet nicht, den Garten schon heute in eine pflegefreie Fläche zu verwandeln. Es geht vielmehr darum, Entscheidungen zu treffen, die später Möglichkeiten offenhalten.
Vielleicht wird das Gemüsebeet irgendwann kleiner. Vielleicht verschwindet ein Teil des Rasens. Vielleicht wird aus dem früher ständig geschnittenen Zierstrauch ein pflegeleichteres Beet.
Der beste Garten ist einer, der mit seinem Besitzer älter werden kann
Stabile Wege, rutschfeste Oberflächen, Geländer und eine gute Beleuchtung machen den Garten sicherer. Eine durchdachte Bepflanzung kann ihn zugleich leichter pflegbar machen.
Und vielleicht ist genau das die Kunst: Nicht einen Garten zu planen, der möglichst viel Arbeit macht, sondern einen, der möglichst lange Freude macht. Wer heute einen Baum pflanzt, eine Hecke setzt oder ein Beet anlegt, sollte deshalb nicht nur an den kommenden Sommer denken. Sondern ruhig einmal an den 80. Geburtstag.
